„Äußern Sie ihre persönlichen Wünsche“
Um es gleich zu sagen: Beim Vortrag mit Diskussion „Dein Wille zählt – Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht“ der Senioren-Union in der Kunstmühle wurde Referent Dr. med. Guido Pfeiffer deutlich. Die Vorstellung, dass sterbende Menschen durch die sogenannte Apparatemedizin künstlich am Leben gehalten werden, sei veraltet und Schnee von vorgestern.
Heute gehe es darum, dass jeder seinen Willen deutlich artikuliert, allerdings nicht nur durch das Ankreuzen von Formularen. „Seien sie mutig und ergänzen sie ihre Patientenverfügung durch persönliche Wünsche!“ So sollte unbedingt angesprochen werden, wo man sterben möchte, ob man menschlichen Beistand wünscht, welche Musik man gerne hört oder welche Gerüche man liebt. Die Palliativstation sei übrigens kein Ort zum Sterben, das sei das Hospiz. In beiden Einrichtungen werde medizinisch alles getan, dass die letzte Lebensphase möglichst schmerz- und angstfrei sei. „Um Schmerzen oder Atemnot zu lindern, haben wir sehr gute Erfahrungen mit Opiaten gemacht“, so Pfeiffer.
Zwei wichtige Aspekte nannte der Anästhesist und Palliativmediziner noch: Aus Altersgründen besser eine jüngere Person als den Ehepartner zur Vertrauensperson machen! Und: Die Patientenverfügung bietet Orientierung, rechtlich verbindlich ist nur die Vorsorgevollmacht.
Dazu wird es im Januar 2026 eine weitere Veranstaltung der Senioren-Union geben.
Text Sigrid Knothe Fotos Silvia Tomm und Sigrid Knothe